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Faltenunterspritzung mit Eigenfett

Die Faltenunterspritzung mit Eigenfett, auch Lipofilling genannt, ist wieder voll im Trend. Die Eigenfett-Behandlung wurde allerdings revolutioniert – so jedenfalls die Aussage des Ästhetisch-Plastischen Chirurgen Dr. Markus Klöppel. Was dahinter steckt, wollten wir genauer wissen. Dazu ein Experten-Interview.

Seit wann gibt es Behandlungen mit Eigenfett bereits?

Dr. Markus Klöppel: „Das Lipofilling wurde tatsächlich schon im Jahr 1900 durchgeführt. Damals konnten aber keine größeren Mengen Fett auf einmal injiziert werden. Es fehlten die technischen Voraussetzungen, die eine Aufbereitung des Fettes überhaupt möglich machen. Die Behandlungsmöglichkeiten mit Eigenfett waren also sehr eingeschränkt.“

Inzwischen gibt es viele Filler auf den Markt.

Dr. Klöppel: „Genau. Durch die Einführung von Fillern mit Hyaluronsäure und Hydroxyapatit wurde das Lipofilling in unterschiedlichen Anwendungsgebieten dann durch diese Stoffe ersetzt.“

Was ist heute anders?

Dr. Klöppel: „Zunächst einmal die Technik, wie man das Lipofilling durchführt. Das körpereigene Fett wird sehr sanft mit kleinkalibrigen Kanülen abgesaugt und nur in kleinen Mengen wieder injiziert. Auf diese Weise überleben viel mehr Fettzellen und das umliegende Gewebe wird geschont.“

Und die technischen Voraussetzungen?

Dr. Klöppel: „Moderne Apparate in einem geschlossenen System ermöglichen eine gewebeschonende Fettaufbereitung. Durch eine spezielle, hochmoderne Technik entsteht dann eine sogenannte Fettemulsion, die wie ein Filler angewendet werden kann. Diese Technik wurde jetzt aber noch durch zwei weitere Vorgehensweisen regelrecht revolutioniert.“

Was genau steckt dahinter?

Dr. Klöppel: „Die gleichzeitige Anwendung von Mikro-Liposomen als lang anhaltende Volumengeber in den tiefen Hautschichten und Nano-Liposomen als Regenerations- und damit als Hautverjüngungs-Kick an der Hautoberfläche ermöglichen bahnbrechende Auffrischungseffekte von bisher beispielloser Natürlichkeit für ein nachhaltig konturiertes Gesicht.“

Was bedeutet das für die Treatments?

Dr. Klöppel: „Sehr erfreulich ist neben den oben beschriebenen Erneuerungen, dass inzwischen auch ein sehr gutes Überleben des Lipofillers erzielt wird. Wir gehen von 70 Prozent aus. Anders als bei den Fillern aus Hyaluronsäure gibt es also einen bleibenden Effekt! Mit der Fettemulsion sind dann auch die Eingriffe im Gesicht unkompliziert durchführbar. Altersbedingt eingefallene Gesichtspartien werden sehr gut unterfüttert und geben dem Gesicht somit wieder mehr Fülle.“

Hat die Methode Grenzen oder Gefahren?

Dr. Klöppel: „Natürlich muss der Patient genügend körpereigenes Fett haben, um es an eine andere Stelle zu verpflanzen. Allerdings sind für Behandlungen im Gesichtbereich keine besonders großen Mengen nötig.“

Mit der Fetteinspritzung werden auch Stammzellen injiziert, die in jedem Gewebe vorkommen. Sie stehen im Verdacht entarten zu können. Was sagen Sie dazu?

Dr. Klöppel: „Aus meiner Sicht besteht diese Gefahr nicht. Hier kann man auch auf die lange Geschichte des Lipofillings vertrauen, bei der nie eine Entartung des eingespritzten Fettes beobachtet wurde. Im Gegenteil. Die Stammzellen haben noch einen zusätzlichen Regenerationseffekt.“

Welches sind aus Ihrer Sicht die größten Vorteile der Methode?

Dr. Klöppel: „Bei der Faltenunterspritzung erzielt man mit dem Lipofilling einen sehr langanhaltenden und besonders natürlichen Effekt. Zudem kann es dem Gesicht das über die Jahre verloren gegangene Volumen auf natürliche Weise zurückgeben.“

 

Aufmacherfoto:Kotin/Shutterstock.com

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