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Rote Ästhetik – Zahnfleischtransplantation

Viele denken bei „rot-weiß“ weniger an Zahnmedizin als an Pommes Frites mit Ketchup und Mayonnaise. In der Zahnmedizin ist „rot-weiß“ hingegen eine zentrale Frage der Ästhetik. Die sogenannte „weiße Ästhetik“ steht für schöne Zähne. Gleichmäßig und hell sollen sie sein. Natürlich. Maßgeblich für ein schönes Lächeln ist aber auch ein harmonischer, bogenförmiger Zahnfleischverlauf – die „rote Ästhetik“. Mit einer Zahnfleischtransplantation kann man viel tun, um die jugendliche Schönheit des Zahnfleisches zurück zu gewinnen. Und nicht nur das. Rosige Aussichten.

Der Münchner Zahnarztspezialist Dr. Mark Thomas Sebastian gehört mit seiner Fachpraxis für ästhetische Zahnmedizin zu den wenigen Medizinern, die massivem Zahnfleischschwund und dem damit verbundenen Freiliegen der Zahnhälse mit einer Zahnfleischtransplantation Abhilfe verschafft. Rosiges, gesundes Zahnfleisch, das am Zahnhals abschließt ist dabei nicht nur eine Frage der Optik, sondern hat auch weitreichende medizinische Konsequenzen.

Dr. Sebastian: „Die Reduktion des Zahnfleisches stört manche Patienten einfach beim Lachen, das kann man korrigieren. Das ist in den USA inzwischen Standard. Aber die Sache geht ja noch viel weiter. Zahnfleischschutz und damit gegebenenfalls auch die Indikation für eine Transplantation ist auch aus paradontologischer Sicht von Bedeutung!“ Dr. Sebastian begründet: „Liegen die Zahnhälse oder gar die Wurzeln erst einmal frei, sind sie empfänglich für Karies und reagieren noch sensibler. Zahnputzattacken durch die falsche Bürste, Putztechnik oder Zahnpasta verletzen zusätzlich die sonst geschützte Zahnwurzel.“ Freiliegende Zahnhälse seien darüber hinaus oft schmerzempfindlich.

Langzeitlösung: Zahnfleischtransplantation

In seiner Praxis bietet Dr. Sebastian Zahnfleischtransplantationen schon seit vielen Jahren an und ist mit den Langzeitergebnissen sehr zufrieden: „Meine ältesten Fälle liegen über 20 Jahre zurück – und das Zahnfleisch ist immer noch stabil.“ Deshalb ist für ihn im Bereich Zahnfleischaufbau die Transplantation inzwischen „Goldstandard“.

Hauptursache für den Zahnfleischrückgang (Rezession) ist in seinen Augen meist eine „falsche Anatomie“. Dr. Sebastian: „Das bedeutet ein falsches Verhältnis von Zahngröße, Wurzeldicke und Knochendicke.“ Dafür kann der Patient ja erst einmal gar nichts. Kommt dazu aber noch eine falsche Putztechnik wird’s meist schlimmer. „Problematisch ist das berühmte Schrubben von links nach rechts, wie wir es im Fernsehen oft sehen“, beschreibt Dr. Sebastian anschaulich, „Nimmt man dann noch eine zu harte oder abgenutzten Bürste, verletzt man das Zahnfleisch und es zieht sich zurück.“

Moderates Trauma

Theoretisch gibt es zwei Methoden, um Zahnfleisch wieder anwachsen zu lassen. Die Transplantation von Gewebe aus dem Gaumen oder aber die sogenannte Verschiebelappentechnik, bei der Zahnfleisch von der Seite auf die freie Fläche verschoben wird. Letzteres befürwortet Dr. Sebastian aber nicht: „Ich mache heute nichts mehr ohne Transplantat. Die modernen Methoden machen das Trauma am Gaumen erträglich – der Schmerz ist etwa vergleichbar wie wenn man sich an einer heißen Pizza verbrannt hat.“

Die Schmerzen seien heutzutage gut auszuhalten und lassen nach ein paar Tagen nach, versichert der Mediziner. Außerdem würde eine spezielle Verbandsplatte am Gaumen die wunde Stelle schützen. Medikamente helfen darüber hinaus einer Wundinfektion vorzubeugen. „Ganz wichtig ist bei der Therapie auch das Aufbringen des Proteins Endogain“, betont Dr. Sebastian. Das perfektioniere diese langfristig angelegte Behandlungsmethode. Der Botenstoff Endogain – ein Schmelzmatrixprotein – signalisiert dem Körper: „Bilde an dieser Stelle einen Zahnhalteapparat“. Damit verhilft er nach dem Eingriff zu einer echten Regeneration. Dr. Sebastian versichert: „Das Zahnfleisch bekommt seinen ursprünglichen Zustand!“ Ohne Endogain sei das Transplantat eine reine Reparaturarbeit und entspreche lediglich Narbengewebe.

Die Kosten für eine Behandlung (wenn mehreren Zähne betroffen sind) liegen zwischen 2000 und 3000 Euro und werden von den privaten Kassen (sowie einigen Zusatzversicherungen zumindest anteilig) erstattet. Wie immer gilt „Vorbeugen ist die beste Medizin“. Hier rät der Fachmann: „Die richtige Putztechnik ist das A und O! Am besten nimmt man eine elektrische Zahnbürste mit weichen Borsten und putzt immer von rot nach weiß.

Text: Bettina Sewald

Aufmacherfoto: Subbotina Anna/Shutterstock.com

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