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Was bringen Gesundheit-Drinks?

Gibt es das wirklich? Getränke, die uns gesund machen? Oder wenigstens schöner? Oder ist das nur ein Marketing-Gag der Lebensmittelindustrie? Wir nehmen die derzeit mega-angesagten Drinks mit vielversprechenden Namen wie Detox-Drinks oder Infusion Water unter die Lupe und zeigen, welche davon mehr als nur Durst löschen und welche nicht.

Fangen wir mal mit der guten Nachricht an: Ja, es gibt sie wirklich: Getränke für eine schönere Haut. Die ganzheitliche Ernährungsberaterin und Wirtschaftswissenschaftlerin Ursula Schöller erklärt: „Unser Körper besteht zu etwa 65 Prozent aus Wasser, da ist es nur logisch, dass ausreichend zu trinken ganz, ganz wichtig ist. Für eine effektive Zellarbeit braucht unser Körper Wasser und Nährstoffe in Form von Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen und Aminosäuren.“ Je besser die Zellen im Organismus versorgt werden, desto besser ist das auch für die Zellen in der Haut. Sie werden prall von Feuchtigkeit. Das strafft das Hautbild.

No go für Diätgetränke!

Gewarnt wird allerdings vor sogenannten Diätgetränken. Die aktuelle Framingham Heart Study mit rund 4000 Teilnehmern zeigt, dass sich die mit Süßstoff versetzen Diätlimonaden und Softdrinks ähnlich negativ auf die Gesundheit auswirken, wie ihre zuckerhaltigen Kollegen. Sie fördern unter anderem Karies, Diabetes, erhöhen das Schlaganfall- und Demenzrisiko und belasten das Herz-Kreislauf System.

„Unsere Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen einem höheren Konsum von Diätgetränken und einer Atrophie des Gehirns, einschließlich eines verminderten Hirnvolumens und einer verminderten Gedächtnisfunktion“, erklärt Matthew Pase von der Boston University School of Medicine. „Wir fanden heraus, dass Menschen, die jeden Tag Diätgetränke zu sich nahmen, ihr Schlaganfall- und Demenzrisiko um bis zu drei Mal steigerten“, fügt der Wissenschaftler hinzu.

Detox und Zellboosting leicht gemacht

Statt teurer Detox-Getränke kann man auf Kräutertees setzen. Brennnesseln, aber auch Löwenzahn, Schafgarbe, Schachtelhalmkraut, Ringelblume, Walnussblätter, Wegwarte, Birkenblätter, Süßholz, Kardamom sorgen für eine Anreicherung mit Phyto-Nährstoffen, die den Zellstoffwechsel ankurbeln. Die Kräuter gibt es in Apotheken oder gut sortierten Drogerie- oder Biomärkten. Es gibt im Handel auch fix-fertige, tolle Teemischungen, die zur Regulierung des Säure-Basen-Haushalts angeboten werden.

Der Vorteil der Tees liegt im Aufkochen des Wassers. Damit wird die Zellgängigkeit des Wassers erhöht. Und damit kommen die Mineralstoffe besser in die Zelle als bei einem Leitungs- oder Mineralwasser.

Immer gut: Ingwer-Tee

Etwa 10 bis 15 Scheiben fein geschnitten Ingwer mit 1,5 Liter frisch abgekochtem Wasser übergießen. Nach Geschmack den Saft einer Zitrone dazu geben und süßen (Honig oder Agavendicksaft). Der Ingwer wirkt durch seine sekundären Pflanzenstoffe anregend, antibakteriell und antiviral. Er wirkt aber auch gegen Übelkeit oder Schmerzen und kann, wie auch alle Kräutertees, gerne mal kalt getrunken werden.

Infused Waters – nur hübsch für’s Auge?

Hierbei wird ein Liter Wasser mit Gurkenscheiben, Apfelscheiben, Himbeeren, Obststückchen oder Kräutern gepimpt. Das schaut natürlich toll aus und riecht lecker. Aber die Ernährungs-Expertin entzaubert: „Der Anteil an nennenswerten Mineralstoffen ist dabei leider sehr gering.“ Allerdings seien sie hilfreich, um auf die ideale Trinkmenge von zwei bis drei Litern ungesüßter Getränke am Tag zu kommen, weil sie vielleicht etwas mehr zum Trinken anregen als „langweiliges Wasser“.

Aber Ursula Schöller liefert sofort Anregungen für Wassermischungen mit einem gewissen MEHR an notwenigen Pflanzenstoffen (Antioxidantien und Mikronährstoffen):

Sauer macht lustig – und schöner!

1 Liter Wasser mit 2-3 Esslöffel Apfelessig und einem halben in Spalten geschnittenen Apfel und 2-3 Orangenscheiben. „Das ist sehr basisch und enthält wichtige Enzyme, die unser Stoffwechsel und unser Darm so dringend brauchen,“ weiß Ursula Schöller. Auch gut sei Wasser mit Aroniasaft. Diese Kombi liefere Antioxidantien in Hülle und Fülle. Ein effektiver Mikronährstofflieferant, den man mit etwas Obst aufhübschen kann.

Ein Beauty-Drink: Chia-Wasser!

Ein bis zwei Esslöffel Chiasamen mit dem Saft einer Zitrone (deckt etwa 40% des Vitamin C Bedarfs) und 1,5 Liter Wasser (abgekocht und abgekühlt) ansetzen. Ursula Schöller: „Chiasamen sind reich an Mineralstoffen und Omega 3 Fettsäuren, die wir dringend brauchen. Sie übernimmt in der Zelle eine wichtige Schutzfunktion und leistet wertvolle Reparaturarbeiten.“

Aufmacherfoto: 5PH/Shutterstock.com

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