Health

Angst vor Hormonen unbegründet?

Obwohl viele Frauen oft jahrelang Hormone in Form der Pille einnehmen, ist die Angst vor Hormonen in den Wechseljahren groß. Viele Frauen sind verunsichert. Zu Recht? Dazu ein Fakten-Check mit dem international renommierten Wiener Hormon-Spezialisten Professor Johannes Huber, während des Anti-Aging Kongresses der German Society of Anti-Aging Medicine (GSAAM), der gerade in München stattgefunden hat.

Zu der Angst vor der Hormonersatztherapie (HET) hat eine großangelegte Studie aus dem Jahr 2002 beigetragen, die weltweit für Aufsehen sorgte. Jetzt entschuldigen sich Mitarbeiter der Studie für Ihre Fehlinterpretationen.

Die Hormonersatztherapie kam durch die amerikanische Studie WHI (Women’s Health Initiative) mit 16 000 Frauen zwischen 50 und 79 ins Gerede. Sie wurde nach fünf Jahren wegen zu großer Risiken, unter anderem einer erhöhten Anzahl von Schlaganfällen, Herzinfarkten, Thrombosen und Brustkrebs, abgebrochen. Allerdings arbeiteten die Ärzte in der Studie aus dem Jahr 2002 mit einer Hormonzusammensetzung und Dosierung, die in Deutschland nicht als Standardtherapie gegeben wird und alle Frauen erhielten eine Einheitstherapie. Und: es waren meist ältere Frauen mit hohen gesundheitlichen Risiken unter den Teilnehmerinnen.

Hormone: mehr Nutzen als Risiken

Jetzt entschuldigen sich Mitarbeiter der Studie für Ihre Fehlinterpretationen. In einer Publikation des angesehenen New England Journal of Medicine weisen sie darauf hin, dass der Nutzen der HET bei weitem mögliche Risiken übersteige, so JoAnn E. Manson und Andrew M. Kaunitz. Der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, Dr. Christian Albring kommentiert: „Es ist sehr erfreulich, dass die Autoren der WHI-Studie selbst die Aussagefähigkeit ihrer eigenen Studie zurechtgerückt haben.“

Weniger Brustkrebs durch Hormone?

Vor allem wenn man in der WHI-Studie nur die Frauen zwischen 50 und 59 Jahren betrachtet gibt es Positives zu berichten: Weniger Diabetes Fälle und Knochenbrüche und sogar eine Senkung der Brustkrebs-Rate und der Todesfälle. „Im Idealfall sollte eine Hormonersatztherapie deshalb sofort beim Eintreten der Wechseljahre beginnen, um den größtmöglichen Benefit zu erlangen“, erklärt Professor Huber.

Frauen können aufatmen

„Mindestens ein Drittel aller Frauen in den Wechseljahren ist durch den Hormonmangel so sehr beeinträchtigt, dass sie eine medizinische Unterstützung benötigen und viele von Ihnen haben unnötigerweise vor einer hormonellen Unterstützung Angst gehabt. Diese Frauen können jetzt wirklich erleichtert sein“, fasst der Hormon-Experte den neuen Erkenntnisstand zusammen.

Foto: astephan/Shutterstock.com

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